Die EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur (Right to Repair) und was sie für Drucker bedeutet
Drucker gehören zu den Geräten, bei denen es nach einem Defekt oft zu unangenehmen Situationen kommt. Eine Reparatur kann teuer sein, Ersatzteile sind möglicherweise nicht ohne Weiteres erhältlich, und in manchen Fällen ist es einfacher, ein neues Gerät zu kaufen. Die Europäische Union versucht gerade, diese Herangehensweise schrittweise durch Vorschriften zu ändern, die als „Right to Repair“ – also das Recht auf Reparatur – bekannt sind.
Die EU-Richtlinie hat das Ziel, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern, ihre Reparatur zu erleichtern und die Menge an Elektroschrott zu reduzieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass Hersteller seit ihrer Einführung automatisch jedes defekte elektronische Gerät kostenlos reparieren müssen – ganz im Gegenteil. Die Vorschriften gelten nämlich nur für Produkte, für die die europäische Gesetzgebung konkrete Anforderungen an die Reparierbarkeit festlegt.
Was das Recht auf Reparatur bringt
Eines der wichtigsten Ziele besteht darin, sicherzustellen, dass Reparaturen nicht unnötig kompliziert sind. Fällt ein bestimmtes Produkt unter die entsprechenden europäischen Anforderungen, muss der Hersteller beispielsweise die Verfügbarkeit ausgewählter Ersatzteile und Serviceinformationen gewährleisten. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Konstruktion des Geräts selbst. Bauteile, die ausfallen können, sollten sich dadurch austauschen lassen, ohne dass das Gerät unnötig aufwendig zerlegt oder andere Komponenten beschädigt werden müssen.
Die Vorschriften konzentrieren sich also nicht nur auf den Moment, in dem ein Gerät kaputtgeht. Die Europäische Union möchte auch die Art und Weise verändern, wie Hersteller elektronische Geräte entwickeln. Mit anderen Worten: Produkte sollen mit Blick auf eine längere Lebensdauer und bessere Reparierbarkeit konstruiert werden.
Tipp: Wenn der Drucker Probleme macht, muss man nicht immer sofort damit zum Service. Viele Probleme, die bei Druckern auftreten können, lassen sich nämlich auch zu Hause beheben. Wie das geht, erfahren Sie in unserem Artikel Was tun, wenn der Drucker schlecht druckt?.
Und wie sieht es konkret bei Druckern aus?
Bei Druckern ist die Situation allerdings etwas anders, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Die aktuelle EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur zählt Drucker nämlich nicht ausdrücklich zu den Geräten, bei denen Hersteller zur Durchführung einer Reparatur verpflichtet sind. In Anhang II der Richtlinie werden beispielsweise Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke, elektronische Displays, Staubsauger, Server, Mobiltelefone oder Tablets genannt. Drucker sind in dieser Liste bislang nicht enthalten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die europäische Gesetzgebung die Reparierbarkeit von Druckern überhaupt nicht betrifft. Die Europäische Kommission bereitet über ihre Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) bereits seit mehreren Jahren Vorschriften für sogenannte bildgebende Geräte vor, zu denen Drucker, Kopierer, Scanner und Multifunktionsgeräte gehören. Dabei geht es unter anderem um deren Lebensdauer, Reparierbarkeit, Zerlegbarkeit und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
Das JRC hat beispielsweise in seinen vorbereitenden Studien untersucht, welche Komponenten von Druckern für Reparaturen besonders wichtig sind und wie einfach sie ausgetauscht werden können. Dabei standen unter anderem Druckköpfe, Lasereinheiten, Fixiereinheiten, Walzen, Netzteile und Steuerplatinen im Fokus. Derzeit handelt es sich jedoch nicht um eine verbindliche Verpflichtung für alle Druckerhersteller, sondern um Grundlagen für mögliche zukünftige EU-Anforderungen.
Genau diese Unterscheidung ist wichtig. Das Recht auf Reparatur bringt Verbrauchern zwar seit dem 31. Juli 2026 neue Rechte, Drucker gehören derzeit jedoch nicht zu den Produktkategorien, für die Hersteller unmittelbar zur Durchführung einer Reparatur verpflichtet sind. Für Drucker werden vielmehr weitere Vorschriften im Rahmen des europäischen Ökodesigns vorbereitet, die in Zukunft ihre Reparierbarkeit und Lebensdauer erheblich beeinflussen könnten.

Quelle: Mahrous Houses / Unsplash
Das Ende der Wegwerf-Drucker?
Gerade hier könnte der europäische Druck hin zu einer besseren Reparierbarkeit die größte Wirkung entfalten. Wenn sich ein defektes Bauteil eines Druckers leichter austauschen lässt, das benötigte Ersatzteil verfügbar ist und sich Serviceinformationen einfach finden lassen, kann das Gerät logischerweise deutlich länger funktionieren.
Gleichzeitig darf man jedoch nicht erwarten, dass sich jeder defekte Drucker automatisch reparieren lässt. Es geht nämlich „nur“ darum, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, damit Reparaturen einfacher werden und eine echte Alternative zum Kauf eines neuen Geräts darstellen. Klar ist allerdings auch, dass elektronische Geräte nicht so weit verändert werden können, dass sie in 100 % aller Fälle reparierbar sind.
Dennoch könnte sich der Markt für Druckerbesitzer nach und nach verändern, indem Hersteller zunehmend dazu motiviert werden, Geräte so zu entwickeln, dass sie repariert und nicht lediglich durch ein neues Modell ersetzt werden können. Bei Druckern, die heute häufig aufgrund eines einzigen kostspieligen Defekts ausgemustert werden, könnte dies eine durchaus grundlegende Veränderung darstellen. Derzeit gilt jedoch, dass die EU eine bessere Reparierbarkeit noch nicht verbindlich vorschreibt, sodass ihre Einführung zunächst abgewartet werden muss. Von sich aus dürften die Hersteller in dieser Hinsicht nämlich nur schwer umfassende Verbesserungen vornehmen.
Über den Autor
Jiří Filip
Langjähriger Chefredakteur der Magazine Letem světem Applem und Jablíčkář.cz, Technikredakteur des Magazins Zboží.cz, Redakteur des TonerPartner-Blogs, Technikbegeisterter, Tüftler und Rezensent in einer Person. Neben seiner Leidenschaft für die neuesten Hightech-Gadgets begeistert er sich auch für das Kochen, Ausflüge in die Natur, seine Familie und Sport – insbesondere Mannschaftssport.
Quelle: engin akyurt / Unsplash
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